• Sandra Heller

Bleiche oder Wäsche?

Eine Bauernregel besagt:


„Blüht die Eiche vor der Esche, macht der Sommer eine grosse Wäsche. (=nasser Sommer)

Blüht die Esche vor der Eiche, macht der Sommer eine grosse Bleiche. (=trockener Sommer)“


Doch um zu wissen, ob jetzt die Eiche oder die Esche zuerst blüht, gibt es zumindest zwei geeignete Methoden. Einerseits können die täglich gemessenen Pollen pro Kubikmeter von Eiche und Esche auf einer Pollen Informationsseite verglichen werden. Andererseits kann man Anfang April oft im Wald spazieren gehen und die Eichen und Eschen beobachten.

Für letzteres werden die Eiche und die Esche nun kurz vorgestellt:


Eiche

In unseren Wäldern in Gränichen stehen häufig Stiel- und etwas seltener Traubeneichen. Sie sind an ihren gelappten Blättern relativ gut von anderen Bäumen zu unterscheiden. Auch ihre imposante Wuchsform mit der breiten Krone macht sie auch von weitem gut erkennbar (v.a. Stieleiche). Der Stamm der Stieleiche ist dunkelgrau und tiefgefurcht. Ihren Namen hat die Stieleiche von ihren 1-5blütigen lang gestielten Ähren. Die Traubeneiche hingegen hat fast ungestielte traubenförmige Blütenstände. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal der beiden Eichenarten sind die Blätter. Bei der Stieleiche sind die Blätter festsitzend (siehe Foto oben links), bei der Traubeneiche sind sie gestielt (Foto unten links).



Esche

Auch von Eschen finden sich einige Exemplare in den Gränicher Wäldern. An ihren Ästen mit den Knospen sind sie ganzjährig gut erkennbar. Meiner Meinung nach sehen diese aus wie ein Bein (=Ast) mit den Hufen (=Knospen) eines Rehs (siehe Foto ganz links). Die gemeine Esche blüht relativ unscheinbar bevor sie ihre Blätter austreibt (Foto ganz rechts). Die Blätter bestehen aus 5-13 Teilblättern, wobei eines immer nach vorne zeigt, das wird als ‘unpaarig gefiedert ‘ bezeichnet (Foto in der Mitte).



Aber Vorsicht, der Nussbaum kann sehr ähnlich wie die Esche aussehen! Gerade die ebenfalls unpaarig gefiederten Blätter und die hufartigen Äste mit den Knospen gleichen sich sehr. Allerdings sind die Teilblätter beim Nussbaum oft leicht rötlich und es sind nur 5-9 Teilblätter (sieh Foto links). Die Blüten (bis 10 cm lange, hängende Kätzchen) sieht ebenfalls ziemlich anders aus (siehe Foto rechts).



Ich habe die Eschenblüte dieses Jahr leider verpasst, die Eichenblüte allerdings gesehen. Die Pollenwerte auf www.pollenundallergie.ch zeigen ein ziemlich eindeutiges Bild. Bei der Esche wurde am 05.04.2020 erstmals über 100 Pollen pro Kubikmeter gemessen, bei der Eiche erst am 09.04.2020 (in Basel). Laut der Bauernregel steht uns also ein trockener Sommer bevor. Wir werden sehen, ob die Bauernregel Recht hat!

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© 2018 Diana Egger NVG