Weihfäcke, Ankeblüemli und Bachbumbele - Der Frühling ist gelb

Zu den ersten Frühlingsboten am Wegrand zählen sicher die leuchtend gelben Märzeblüemli, Huflattich mit ihrem korrekten deutschen Namen oder botanisch Tussilago farfara. Diese alte Heilpflanze blüht, bevor ihre grossen Laubblätter erscheinen.


Fast gleichzeitig tauchen an nährstoffreichen Böschungen und Strassenrändern oder auch im Garten die glänzenden Blütensterne des Scharbockskrautesauf. Wegen seines hohen Vitamin C-Gehaltes spielte es früher eine bedeutende Rolle in der Seefahrt. Es sollte die Seefahrer vor der Mangelkrankheit Skorbut schützen. Nach der Blüte welken auch die kräftig grün glänzenden, herzförmigen Laubblätter, werden gelb-weisslich und verschwinden schliesslich ganz. Die Erdknollen ruhen im Boden. Sie haben genügend Kräfte gesammelt fürs nächste Frühjahr.


Über Nacht, teilweise kaum fünf Zentimeter hoch, blühen nun auch schon die ersten Weihfäcke (Löwenzahn). Über sie haben wir letztes Jahr berichtet („Ängeli oder Tüfeli“ Link zum Blogeintrag). Der blühfreudige Löwenzahn, wie sein offizieller deutscher Name ist, begleitet uns bis in den Spätherbst.

In fetten Wiesen finden wir nun auch den scharfen Hahnenfuss (Ranunculus acer), unser Ankeblüemli. „Hesch du dr Anke gärn?“, haben wir uns als Kinder gegenseitig gefragt und den Wahrheitsgehalt der Antwort gleich mit einem Test geprüft. Wenn das unters Kinn gehaltene Ankeblüemlich einen gelben Fleck auf die Haut zauberte, war das der Beweis, dass der oder die Geprüfte gern Butter aufs Brot streicht. Allerdings ist der Hahnenfuss wie viele andere Hahnenfussgewächse giftig und wird deshalb auch vom Vieh gemieden.


Meine Lieblinge unter den goldgelben Frühlingsblumen sind die Bachbumbele oder Sumpfdotterblumen. Auch sie gehören zur Familie der Hahnenfussgewächse und sind leicht giftig. Früher wurden ihre Knospen als Kapernersatz in Essig eingelegt. Das konnte zu leichten Vergiftungen führen. Eigentlich sagt ihr Name, wo sie zu finden sind, am Bach, im sumpfigen Gelände, auf nährstoffreichen Feuchtwiesen, aber sie sind vielerorts stark zurückgegangen wegen Trockenlegungen, Begradigungen usw. Bachbumbele können sich selbst bestäuben: Wenn ihre Blüten mit Regen gefüllt sind, stehen Staubbeutel und Narben auf gleicher Höhe und es kommt zur sogenannten Regenbestäubung. Auch für die Verbreitung der Samen hat die Natur einen Trick: Lufthaltige Hohlräume an der Oberfläche der Samen bilden ein Schwimmgewebe. So bleiben die Samen an der Wasseroberfläche und können sich bachabwärts oder dem Teichufer entlang verbreiten.


An welchen Bächli in Gränichen haben Sie Bachbumbele gefunden? Welche ist Ihre Lieblings-Gelbe? Etwa die Schlüsselblume oder die Osterglocke im Garten? Wir wünschen Ihnen einen bunten Frühling mit vielen schönen Beobachtungen!


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