Rangerexkursion am Hallwilersee
05.09.2026
Am Samstag, 5. September, trafen sich die 23 Mitglieder und Naturinteressierte des Natur- und Vogelschutzes Gränichen sowie des Obst- und Gartenbauvereins Gränichen zu einer spannenden Rangerexkursion am Hallwilersee. Ausgangspunkt war das Schloss Hallwyl. Von dort führte uns der Weg entlang des Naturschutzgebiets Boniswiler-Seenger Ried und des Hallwilersees bis zur Anlegestelle Delphin in Meisterschwanden. Begleitet wurden wir von der erfahrenen Rangerin Helene Amsler.
Was sind eigentlich die Aufgaben der Ranger (= offizielle Berufs-/ Funktionsbezeichnung)?
In einer Diskussionsrunde durften wir mit verschiedenen «Tätigkeiten-Zetteln» die Aufgaben dieser Berufsgruppe zuordnen. Wir staunten alle, wie viele Tätigkeiten die Ranger jeden Tag in ihrem Gebiet erledigen müssen.
Die Aufgaben der Ranger am Hallwilersee sind vor allem:
Natur schützen: Sie achten auf die Tier- und Pflanzenwelt und auf die empfindlichen Naturschutzgebiete.
Besucher informieren: Sie erklären Regeln und geben Auskunft über die Landschaft sowie die Tier- und Pflanzenwelt.
Regeln kontrollieren: Sie achten z. B. auf Fahrverbote, Leinenpflicht und das Verhalten in Schutzgebieten.
Konflikte lösen: Sie vermitteln zwischen verschiedenen Nutzergruppen, etwa Spaziergänger*innen, Velofahrer*innen und anderen Erholungssuchenden.
Natur beobachten: Sie unterstützen Monitoring- und Forschungsprojekte.
Unterhalt: Sie führen kleinere Unterhaltsarbeiten und Massnahmen zur Besucher*innenlenkung durch.
Führungen und Exkursionen: Sie bieten Führungen, Projekttage und Veranstaltungen an.
Zusammenarbeit mit der Polizei: Bei Bedarf machen sie gemeinsame Rundgänge mit der Polizei.
Kurz gesagt: Die besagte Berufsgruppe ist Vermittlerin zwischen Mensch und Natur am Hallwilersee.
Schon bald zeigte sich, dass es in der Natur nicht nur viel zu sehen, sondern auch einiges zu hören gibt. Helene Amsler machte uns auf verschiedene Vogelrufe aufmerksam. Besonders eindrücklich waren die Rufe von Schwarzspecht und Grünspecht. Auch den Kleiber konnten wir anhand seines charakteristischen Rufes erkennen. Über uns war zudem immer wieder der Ruf des Mäusebussards und des Rotmilans zu hören.
Ein besonderes Erlebnis war die Beobachtung eines Turmfalkens. Gut sichtbar zeigte er seinen typischen Rüttelflug, bei dem er scheinbar an Ort und Stelle in der Luft stehen bleibt, um nach Beute Ausschau zu halten.
Neben den vielen lebenden Tieren, die wir angetroffen haben, hatte Helene Amsler auch interessante Anschauungsmaterialien dabei. Anhand eines Biberfells konnten wir das dichte, wasserabweisende Fell dieses heimischen Nagetiers genauer betrachten. Besonders spannend war ein Kopfskelettmodell eines Bibers. Die kräftigen Schneidezähne und die besondere Form des Schädels vermittelten einen verblüffenden Eindruck davon, wie gut der Biberkörper an seine Lebensweise angepasst ist.
Während des Spaziergangs erfuhren wir viel über die verschiedenen Lebensräume rund um den Hallwilersee. Schilfbereiche, Uferzonen, Wiesen und Gehölze bieten zahlreichen Vogelarten und anderen Tieren Nahrung, Schutz und geeignete Lebensräume. Dabei wurde uns bewusst, wie wertvoll und abwechslungsreich diese Landschaft ist.
Auch der Naturschutz war ein wichtiger Bestandteil der Führung. Helene Amsler erklärte, weshalb es wichtig ist, Rücksicht auf die Tierwelt zu nehmen und empfindliche Lebensräume nicht zu stören. Nur wenn wir diese Lebensräume schützen und ihnen genügend Raum lassen, können die vielfältigen Tier- und Pflanzenarten langfristig erhalten bleiben.
Die Exkursion zeigte eindrücklich, wie viel man entdecken kann, wenn man sich Zeit nimmt und aufmerksam beobachtet und zuhört. Dank der fachkundigen Erläuterungen von Helene Amsler konnten viele die Natur mit neuen Augen und Ohren erleben. Das wurde anhand einer interessanten Gruppenarbeit deutlich. Jede Person erhielt eine Aufgabenkarte und musste auf dem Rückweg etwas Passendes in der Natur finden. Von «Finde etwas Rundes» über «Finde etwas Süsses» bis hin zu «Finde etwas Kuschliges» wurde der vielseitige Fundus am Schluss zu einem kleinen Kunstwerk vereint!
Bei der Anlegestelle Delphin liessen wir die abwechslungsreiche Exkursion ausklingen. Die vielen Eindrücke – von den Vogelrufen über den rüttelnden Turmfalken bis hin zum Biberfell und -schädel – werden uns noch lange in Erinnerung bleiben. Ein herzliches Dankeschön an Rangerin Helene Amsler für die interessante, lehrreiche und abwechslungsreiche Führung sowie an alle Teilnehmenden für den schönen gemeinsamen Ausflug!
Mit der «Brestenberg» nahmen wir den Rückweg über den See in Angriff. Wer mochte, konnte sich im Restaurant «Hallwyl» bei einem geselligen und feinen Mittagessen stärken, denn für einige hiess es im Anschluss: Auf zur Gartenführung „Alte Pflanzen neu entdeckt“ auf dem Schloss Wildegg, welche vom Obst- und Gartenbauverein Gränichen organisiert wurde. Mehr zu dieser unterhaltsamen Exkursion könnt ihr im nachfolgenden Blog nachlesen.





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